Konsumverhalten

Tierschutz besteht nicht nur aus spektakulären Tierrettungen oder Spendensammeln, wir alle können im Alltag Tierschutz betreiben. Mit unserem Konsumverhalten beeinflussen wir das Leben der sogenannten «Nutztiere», aber auch das der Wildtiere sehr stark. Jeder und jede einzelne von uns kann diesbezüglich mit wenig Aufwand viel bewirken, indem wir unser Verhalten überdenken und langfristig ändern.

 

Die industrielle Massentierhaltung ist eine der grössten Herausforderungen des Tierschutzes. Millionen von Tieren leiden unter schlechten Haltungsbedingungen, engen Stallungen, fragwürdigen Fütterungsmethoden und oft grausamen Transport- sowie Schlachtbedingungen. Eine Reduktion des Fleischkonsums oder die Entscheidung für tierfreundlichere Alternativen wie z.B. Demeter-Produkte oder pflanzliche Alternativen kann das Leid der Tiere erheblich verringern und eine nachhaltigere Landwirtschaft unterstützen. Eine ausgewogene, tierfreundliche Ernährung trägt dazu bei, Tierleid zu minimieren und eine ethischere Lebensmittelproduktion zu fördern.

Tierische Produkte

An Land
Es müssen nicht immer Fleisch, Milch, Käse, Joghurt oder Eier sein. Dass tierische Produkte bei häufigem Verzehr ungesund sind, ist längst bekannt. Sie enthalten hauptsächlich gesättigte Fettsäuren und führen zu Gefäss- und Herzerkrankungen sowie zu Fettleibigkeit. Trotzdem isst die Schweizer Bevölkerung weiterhin sehr viel tierische Produkte. Billig sollen sie zudem auch sein – das Resultat ist Massentierhaltung und Hochleistungszucht, denn Profit geht hier über Tierwohl. Massentierhaltung ist für jedes Tier die reinste Qual, sie birgt aber auch noch weitere Risiken: Um Seuchen und Krankheiten vorzubeugen, werden massiv Antibiotika eingesetzt, die auch beim Menschen zu Resistenzen führen können. Bricht allen Vorsichtsmassnahmen zum Trotz doch eine Krankheit aus, verbreitet sie sich wegen der beengten Platzverhältnisse rasend schnell.

Im Wasser
Beim Fisch zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Heute gelten bereits 60-90% der Meeresfischbestände als überfischt¹, dazu kommen Millionen Tiere, die jedes Jahr als Beifang in den Netzen landen. Auch Fisch aus Zuchtfarmen trägt nicht zur Schonung der Bestände bei, im Gegenteil: Da in solchen Farmen grösstenteils Raubfische gezüchtet werden, besteht ihr Futter aus Fischmehl – das wiederum wird aus Wildfang hergestellt. Ungefähr ein Drittel der jährlich gefangenen Fische geht in die Futterproduktion für Zuchtfische, somit tragen die Fischfarmen einen grossen Teil zur Überfischung der Meere bei. Dazu kommt die übliche Massentierhaltungs-Problematik:  Platz- und Bewegungsmangel führen zu Krankheiten, die mit Antibiotika bekämpft werden. Unverwertetes Futter, die Ausscheidungen der Fische sowie tote Tiere belasten zudem das Ökosystem der betroffenen Gebiete stark.

Alternativen
Es gibt mittlerweile für jedes tierische Produkt eine pflanzliche Alternative – vielleicht nicht genau gleich im Geschmack, aber mindestens genauso lecker. Warum nicht mal was Neues probieren und etwas Gutes für die Tiere, die Umwelt und die eigene Gesundheit tun?

Vegane Rezepte

Vegane Rezepte

Unsere pflanzlichen Rezepte, von der Vorspeise bis zum Dessert: lecker und erst noch gut für Tier und Umwelt!

Umwelt und Lebensräume

Regenwaldrodungen

Problematik
Um für immer grösser werdende Rinderherden Weideland zu schaffen, wird kontinuierlich Regenwald gerodet. Dasselbe gilt auch für Futtersoja, das wir in grossen Mengen importieren. Der Regenwald dient vielen Tierarten als Lebensraum, rund ²/₃ aller bekannten Tier- und Pflanzenarten leben in den Regenwäldern. Als grösster CO2-Speicher ist er auch äusserst wichtig für den Klimaschutz.

Lösungsansatz
Verzichte wenn möglich komplett auf Fleisch und andere tierische Produkte.

Monokulturen und Pestizide

Problematik
Für den Anbau von Palmöl, Avocados und anderen tropischen Früchten wird ebenfalls Regenwald gerodet. Riesige Monokulturen zerstören die Biodiversität und sind anfällig für Schädlinge und Pilze. Dies führt bei gewissen Pflanzen zu massivem Einsatz von Pestiziden. Das ist nicht nur für den Endkonsumenten ein Risiko, sondern auch für die Arbeiter in den Plantagen und die lokale Bevölkerung – darüber hinaus werden häufig Substanzen gespritzt, die bei uns aus gesundheitlichen Gründen verboten sind.

Lösungsansatz
Achte darauf, woher Deine Lebensmittel kommen. Regional und saisonal essen ist so einfach wie in den letzten 20 Jahren nicht mehr.

Plastik

Problematik
Plastik stellt bereits heute ein riesiges Problem dar, sowohl für Meerestiere als auch für Landbewohner. Im Meer sammelt es sich an der Oberfläche zu grossen Plastikinseln, doch die grössten Müllstrudel verbergen sich unter der Meeresoberfläche. Der grösste dieser Strudel, der "Great Pacific Garbage Patch", umfasst eine Fläche von 1.6 Millionen Quadratkilometern unter der Meeresoberfläche zwischen Hawaii und Kalifornien.
Meerestiere verheddern sich im Plastik oder verwechseln es mit Nahrung und verenden kläglich daran. Plastik enthält ausserdem Giftstoffe wie Flammschutzmittel oder Weichmacher, die den Meeresbewohnern schaden und über die Nahrungskette auch den Menschen erreichen können. Bereits heute schwimmt im Meer sechs Mal mehr Plastik als Plankton. Darüber hinaus verrottet Plastik praktisch gar nicht, sondern zersetzt sich in immer kleinere Fragmente, sogenanntes Mikroplastik. In dieser Form verseucht es nicht nur die Meere, sondern auch unsere Gewässer und Böden.

Lösungsansatz
Benutze eine Stoff- oder Papiertragtasche statt der Plastiktüte und Wachstücher anstelle von Frischhaltefolie. Auch ein Einkauf im "Unverpackt Laden" oder auf dem Markt kann helfen, den Plastikberg zu reduzieren. Microplastik kommt auch aus dem Abwasser der Waschmaschine, da ein Grossteil der Kleider aus synthetischen Materialien besteht. Dagegen hilft das Waschen in einem Waschbeutel wie z.B. dem "Guppyfriend", der den Faserabbruch reduziert und die abgebrochenen Fasern zurückhält.

¹ Quelle: Ocean Care